Auslauf – Aktivität in Natur
Unterwegs mit Hund – auf der Straße, im Wald und in der Natur
Gemeinsame Spaziergänge sollen Freude machen und gleichzeitig für Hund, Mensch und Umwelt möglichst stressfrei sein. Dazu gehören Bewegung, gemeinsame Erlebnisse und Zeit zum Schnüffeln – aber auch Rücksichtnahme auf andere Menschen, Hunde und Wildtiere.
In Österreich gibt es zahlreiche Regelungen zum Halten und Führen von Hunden. Diese können sich je nach Bundesland, Gemeinde, Hundeart und Situation unterscheiden.
Informiere dich deshalb immer über die aktuell geltenden Vorschriften an deinem Wohnort und an deinem Ausflugsziel. Das betrifft insbesondere Leinen- und Maulkorbpflicht, Hundezonen, öffentliche Verkehrsmittel, Veranstaltungen und den Aufenthalt in Wald und Natur.
🐾 Sackerl fürs Gackerl
Was für jeden selbstverständlich sein sollte: Die Hinterlassenschaften deines Hundes gehören weggeräumt.
Nimm auf jedem Spaziergang ausreichend Sackerl mit und entsorge sie anschließend richtig.
Das ist nicht nur eine Frage der Sauberkeit. Auch andere Hundehalter und Spaziergänger möchten nicht in den Hinterlassenschaften anderer Hunde steigen.
🚲 Fahrradfahren mit Hund
Hier ist besondere Vorsicht gefragt.
Ob und unter welchen Voraussetzungen Hunde im Straßenverkehr am Fahrrad geführt werden dürfen, kann von den örtlichen Vorschriften abhängen. Informiere dich deshalb vorab über die für dich geltenden Regelungen.
Unabhängig davon sollte die Sicherheit immer an erster Stelle stehen. Ein plötzlich querender Hund, eine unerwartete Begegnung oder eine lange Leine können schnell zu einem Unfall führen.
Eine sichere Alternative kann – je nach Hund und Situation – ein geeigneter Fahrradanhänger sein.
🚗 Niemals den Hund im Auto zurücklassen
Ein Thema, das leider immer wieder unterschätzt wird: Hitze im Auto.
Auch bei vermeintlich angenehmen Außentemperaturen kann sich ein Fahrzeug innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen. Das gilt auch für Parkhäuser oder einen scheinbar schattigen Parkplatz.
Lass deinen Hund deshalb nicht alleine im Auto zurück.
Wenn dein Hund nicht mitkommen kann, ist es oft besser, ihn sicher zu Hause zu lassen, als ihn dieser Gefahr und dem Stress auszusetzen.
🛍️ Shopping mit Hund?
Nicht jeder Hund liebt Einkaufszentren, Geschäfte oder große Menschenansammlungen.
Viele Menschen, enge Wege, ungewohnte Geräusche und wenig Rückzugsmöglichkeiten können für Hunde sehr anstrengend sein. Auch wichtige Bedürfnisse wie Trinken, Ruhe oder eine Toilettenpause werden im Einkaufsstress schnell übersehen.
Überlege deshalb immer:
Muss mein Hund wirklich mitkommen – oder wäre er zu Hause entspannter?
📱 Handy und Hund – besser gemeinsam aufmerksam sein
Beim Spaziergang sollte deine Aufmerksamkeit möglichst bei deinem Hund und der Umgebung bleiben.
Wenn du während des Gehens ständig auf das Handy schaust, übersiehst du leicht:
- andere Hunde
- Radfahrer
- Kinder
- Autos
- Hindernisse
- Wildtiere
- Veränderungen im Verhalten deines eigenen Hundes
Gerade an Straßen, auf Radwegen oder in unübersichtlichen Bereichen kann Ablenkung gefährlich werden.
Gemeinsam unterwegs bedeutet auch: gemeinsam aufmerksam sein.
🎒 Was sollte auf den Spaziergang mit?
Je nach Länge und Umgebung gehören für mich zur Grundausstattung:
- Leine
- Sackerl fürs Gackerl
- gut sitzendes Geschirr oder Halsband
- gegebenenfalls Maulkorb
- Wasser und Trinkmöglichkeit
- bei Bedarf Leckerlis
- bei längeren Touren eventuell Erste-Hilfe-Material
Welche Ausrüstung wirklich notwendig ist, hängt natürlich von Hund, Wetter, Strecke und Dauer des Spaziergangs ab.
🌱 Auslauf im Jahresverlauf
Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich.
🌷 Frühling
Mit den steigenden Temperaturen werden wieder mehr Zecken und Insekten aktiv. Kontrolliere deinen Hund deshalb nach Spaziergängen regelmäßig.
Auch Gräser und Pollen können bei empfindlichen Hunden Beschwerden auslösen.
Im Frühjahr beginnt außerdem die Zeit, in der viele Wildtiere ihre Jungen bekommen und Vögel brüten. Gerade jetzt ist Rücksichtnahme auf Wildtiere besonders wichtig.
Halte dich an die örtlichen Regelungen und lasse deinen Hund dort nicht frei laufen, wo Freilauf nicht erlaubt oder aus Gründen des Wildtierschutzes problematisch ist.
Auch läufige Hündinnen können Begegnungen und Spaziergänge verändern. Hier kann es sinnvoll sein, stark frequentierte Bereiche zeitweise zu meiden.
☀️ Sommer
Im Sommer können Grannen und Kletten zu einem Problem werden. Kontrolliere nach dem Spaziergang besonders:
- Pfoten
- Zwischenzehenbereiche
- Ohren
- Achseln
- Bauch
- dichtes Fell
Auch die Temperatur des Untergrundes darf nicht unterschätzt werden. Asphalt, Beton und Pflaster können sich bei starker Sonneneinstrahlung erheblich aufheizen und zu Verbrennungen an den Pfoten führen.
Deshalb:
- Spaziergänge möglichst in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen
- schattige Wege wählen
- ausreichend Wasser mitnehmen
- Pausen einplanen
- heiße Untergründe/ Beton meiden
⚠️ Hitzschlag ist ein Notfall!
Hecheln, starke Unruhe, Schwäche, Taumeln, Erbrechen, eine auffällige Körpertemperatur oder Bewusstseinsstörungen können Anzeichen einer Überhitzung sein.
Bei Verdacht auf einen Hitzschlag solltest du sofort tierärztliche Hilfe holen.
Der Wasserbedarf steigt bei Wärme und körperlicher Aktivität. Eine pauschale Menge für jeden Hund gibt es allerdings nicht. Sorge deshalb dafür, dass dein Hund jederzeit ausreichend trinken kann.
🍂 Herbst
Im Herbst liegen viele Früchte, Nüsse und Pilze auf dem Boden. Nicht alles davon ist für Hunde geeignet.
Besonders wichtig:
Unbekannte Pilze niemals vom Hund fressen lassen.
Auch bei Fallobst und Nüssen solltest du darauf achten, dass dein Hund keine ungeeigneten oder verdorbenen Bestandteile aufnimmt.
🌊 Vorsicht an Gewässern
Bei stehenden Gewässern kann es unter bestimmten Bedingungen zu einer starken Vermehrung von Cyanobakterien („Blaualgen“) kommen. Solches Wasser ist für Hunde gefährlich.
Informiere dich über lokale Warnungen und lass deinen Hund nicht in verdächtig verfärbtem oder stark belastetem Wasser trinken oder baden.
Im Herbst beginnt vielerorts außerdem die Jagdsaison. Halte dich unbedingt an die örtlichen Vorschriften und achte auf Hinweise und Beschilderungen. Auch ist nicht jeder Hund schussfest und kann in Panik geraten.
❄️ Winter
Streusalz und Splitt können die Pfoten reizen. Nach dem Spaziergang kannst du die Pfoten kontrollieren und bei Bedarf mit lauwarmem Wasser reinigen.
Bei empfindlichen Hunden kann ein geeigneter Pfotenschutz oder eine passende Pfotenpflege sinnvoll sein.
Manche Hunde profitieren bei Kälte von einem Mantel – beispielsweise sehr dünnfellige, kleine, alte oder gesundheitlich beeinträchtigte Hunde.
❄️ Schnee und Eis
Viele Hunde fressen gerne Schnee. Größere Mengen können allerdings Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Besonders bei gestreutem oder verschmutztem Schnee ist Vorsicht geboten.
Auch im Winter gilt: Rücksicht auf Wildtiere nehmen und örtliche Vorgaben beachten.
🎆 Silvester und Feuerwerk
Für viele Hunde ist die Zeit rund um Silvester besonders belastend.
Laute Knallgeräusche können Angst und Panik auslösen. Manche Hunde versuchen in dieser Situation wegzulaufen und entlaufen dabei.
Wenn dein Hund Angst vor Feuerwerk hat:
- sichere Spaziergänge möglichst bei Tageslicht planen
- Leine und Geschirr besonders gut kontrollieren
- Türen und Fenster sichern
- Rückzugsmöglichkeiten zu Hause anbieten
- deinen Hund nicht alleine lassen, wenn er stark ängstlich ist
- bei ausgeprägter Angst rechtzeitig mit dem Tierarzt über geeignete Unterstützung sprechen
Bei meinem eigenen Hund Duke hat ein plötzlich gezündeter Böller eine anhaltende Geräuschangst ausgelöst. Diese Erfahrung hat mir noch einmal gezeigt, wie wichtig Rücksichtnahme und ein sicherer Umgang mit Feuerwerk sind.
🐕 Hundezonen – für alle Hunde geeignet?
Hundezonen können eine gute Möglichkeit sein, Hunde kontrolliert ohne Leine laufen zu lassen. Aber auch hier gilt:
Nicht jeder Hund möchte mit jedem anderen Hund spielen.
Manche Hunde fühlen sich in Gruppen schnell überfordert. Hinterherlaufen, Bedrängen, Rempeln oder ständiges Aufreiten wird von Menschen gerne als „Die spielen doch nur!“ bezeichnet – für den betroffenen Hund kann es aber durchaus Stress bedeuten.
Deshalb sollten wir unseren Hund auch in einer Hundezone beobachten und nicht einfach sich selbst überlassen.
Achte auf:
- Körpersprache
- Rückzugsmöglichkeiten
- wiederholtes Ausweichen
- Fixieren
- Erstarren
- starkes Hecheln
- Überforderung
- Mobbing oder permanentes Hinterherlaufen
Eine gute Hundezone sollte deshalb nicht nur aus einer eingezäunten Fläche bestehen. Schön wäre eine Gestaltung, die gemeinsame Beschäftigung von Mensch und Hund ermöglicht – beispielsweise mit geeigneten Beschäftigungs- und Bewegungselementen.
🏡 Hinter und vor dem Zaun
Ein Hund hinter einem Zaun kann sein Grundstück als seinen Bereich betrachten und entsprechend reagieren.
Bellen, Fixieren oder nach vorne laufen können dabei Teil des gezeigten Verhaltens sein.
Wenn du mit deinem Hund an einem Grundstück vorbeigehst, hilft häufig:
- ausreichend Abstand halten
- ruhig weitergehen
- den eigenen Hund nicht direkt an den Zaun heranlassen
- keine Begegnung am Zaun erzwingen
- bei Bedarf die Straßenseite oder Route wechseln
Auch ein Ballspiel oder längeres Stehen direkt vor dem Zaun kann eine bereits angespannte Situation zusätzlich verstärken.
Wenn zwei Hunde sich regelmäßig gegenseitig hochschaukeln, kann ein größerer Abstand die beste Lösung sein.
Manchmal ist Vorbeigehen einfach besser als Konfrontation.
🤝 Begegnungen mit fremden Hunden
Nicht jeder Hund möchte von fremden Menschen angefasst werden.
Bitte zwinge deinen Hund niemals zu einer „Streichelattacke“.
Wenn du einen fremden Hund begrüßen möchtest:
- Frage zuerst den Halter.
- Warte auf die Zustimmung.
- Gehe nicht frontal auf den Hund zu.
- Lass den Hund möglichst selbst entscheiden, ob er Kontakt aufnehmen möchte.
- Achte auf seine Körpersprache.
- Akzeptiere ein Ausweichen oder Desinteresse.
Besonders Kinder sollten lernen, dass ein Hund kein Kuscheltier ist und jederzeit Abstand wünschen darf.
🚶 Begegnungen mit Nichthundebesitzern
Auch Menschen ohne Hund können unsicher sein oder Angst vor Hunden haben.
Das sollten wir respektieren.
Wenn dein Hund einen Menschen passieren muss, der offensichtlich unsicher ist, kannst du ihn näher bei dir führen und ihm Raum geben.
Du bist für deinen Hund verantwortlich und kannst die Situation aktiv managen.
Bei Begegnungen mit Radfahrern, Joggern oder anderen schnellen Verkehrsteilnehmern gilt ebenfalls: vorausschauend handeln.
Wenn du selbst mit Fahrrad oder als Jogger unterwegs bist und einen Hund siehst, reduziere bei Bedarf das Tempo und gib dem Mensch-Hund-Team ausreichend Abstand. Auch kann ein hektisches telefonieren mit dem Handy einen Hund verunsichern, besonders wenn du direkt auf das Tier zugehst.
Besonders an:
- unübersichtlichen Kurven
- Kreuzungen
- engen Wegen
- Hügelkuppen
- schlecht einsehbaren Stellen
ist gegenseitige Aufmerksamkeit wichtig.
🚲 Für Radfahrer und Jogger
Bitte denke daran: Eine Hundeleine kann sich über den gesamten Bewegungsraum des Hundes erstrecken.
Ein Radfahrer oder Jogger, der plötzlich sehr nah vorbeikommt, kann den Hund erschrecken. Umgekehrt kann auch ein Hund einen Menschen oder Radfahrer unerwartet gefährden.
Deshalb gilt:
Tempo reduzieren, Abstand halten und sich bemerkbar machen, wenn die Situation unübersichtlich ist.
💚 Rücksicht macht den Unterschied
Ein gutes Miteinander bedeutet nicht, dass jeder Hund überall frei laufen darf und jeder Mensch Hunde lieben muss.
Es bedeutet, dass wir die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigen:
Hund – Mensch – andere Hunde – Wildtiere – Umwelt.
Wenn du deinen Hund sicher führst, seine Körpersprache beobachtest und gleichzeitig anderen Menschen Raum lässt, können viele Konflikte bereits vermieden werden.
Freilauf ist schön – aber Freilauf ist kein Grundrecht des Hundes an jedem Ort. Wenn Leinenpflicht besteht oder die Situation für deinen Hund, andere Menschen oder Wildtiere unsicher ist, gehört die Leine zum verantwortungsvollen Umgang.
Und manchmal ist die beste Entscheidung auf dem Spaziergang ganz einfach:
Abstand schaffen, Leine aufnehmen und gemeinsam entspannt weitergehen.