Nahrung – Lebensmittel für den Hund

Die wichtigsten Lebensmittel in Kurzfassung

Eine ausgewogene Ernährung ist eine wichtige Grundlage für die Gesundheit und das Wohlbefinden deines Hundes. Dabei gibt es nicht die eine richtige Fütterungsform für jeden Hund.

Alter, Größe, Gewicht, Aktivität, Gesundheitszustand und individuelle Bedürfnisse spielen eine wichtige Rolle. Auch bei selbst zusammengestellten Rationen sollte darauf geachtet werden, dass der Hund langfristig mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird.

Wasser

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt und muss deinem Hund jederzeit frisch und ausreichend zur Verfügung stehen. Die Wasserschüssel sollte täglich geleert, gründlich ausgespült und mit frischem Wasser gefüllt werden. Bei längeren Spaziergängen, Wanderungen oder an warmen Tagen solltest du immer ausreichend Wasser für deinen Hund mitnehmen. Als grober Richtwert werden häufig etwa 40–60 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht und Tag genannt. Der tatsächliche Bedarf kann jedoch deutlich variieren – beispielsweise durch Temperatur, Bewegung, Fütterungsart und gesundheitliche Situation. Ein 20-kg-Hund würde nach diesem groben Richtwert etwa 800–1.200 ml pro Tag benötigen. Bei auffällig starkem oder sehr geringem Trinkverhalten sollte die Ursache beobachtet und gegebenenfalls tierärztlich abgeklärt werden.

Fleisch

Fleisch kann bei einer selbst zusammengestellten Ration einen wichtigen Bestandteil darstellen. Die benötigte Menge lässt sich jedoch nicht pauschal als Prozentsatz des Körpergewichts festlegen. Entscheidend ist die gesamte Ration und der individuelle Bedarf des Hundes. Fleisch kann je nach Fütterungsform roh oder gegart angeboten werden. Gewürzte Speisen vom menschlichen Tisch gehören nicht in den Futternapf. Wenn du selbst zusammenstellst, können unterschiedliche Proteinquellen verwendet werden. Bei empfindlichen Hunden kann es jedoch sinnvoll sein, zunächst mit wenigen gut verträglichen Proteinquellen zu arbeiten. Das erleichtert später auch die Suche nach möglichen Unverträglichkeiten. Zu einer ausgewogenen selbst zusammengestellten Ration gehören – je nach Konzept – neben Muskelfleisch auch geeignete Fettquellen und Innereien sowie eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen.

Knochen

Bei Knochenfütterung ist besondere Vorsicht notwendig. Gekochte Knochen sollten niemals verfüttert werden, da sie spröde werden und splittern können. Auch rohe Knochen sind nicht grundsätzlich für jeden Hund geeignet. Größe, Beschaffenheit und Menge müssen zum Hund passen. Zu große oder zu harte Knochen können zu Verletzungen, Zahnfrakturen oder Verdauungsproblemen führen. Wer keine Knochen füttern möchte, kann die notwendige Mineralstoffversorgung beispielsweise über geeignete Calciumquellen wie Knochenmehl oder Eierschalenpulver sicherstellen – allerdings passend zur gesamten Ration.

Schweinefleisch

Rohes Schweinefleisch und insbesondere rohes Wildschweinfleisch sollte für Hunde nicht verfüttert werden.

Der Grund ist das Risiko einer Infektion mit dem Aujeszky-Virus. Die Erkrankung verläuft bei Hunden tödlich.

Fisch

Fisch liefert hochwertiges Eiweiß und kann eine wertvolle Quelle für Omega-3-Fettsäuren sein. Geeignete Fischsorten können regelmäßig Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Bei der Auswahl und Zubereitung sollte auf die jeweilige Fischart, Gräten und die Fütterungsmenge geachtet werden. Einige Süßwasserfische können Thiaminase enthalten. Dieses Enzym kann Vitamin B1 abbauen. Bei regelmäßiger Fütterung bestimmter Fischarten sollte deshalb auf eine ausgewogene Auswahl und Zubereitung geachtet werden. Fisch sollte immer frisch beziehungsweise hygienisch einwandfrei und passend zur jeweiligen Fütterungsform angeboten werden.

Gemüse

Viele Gemüsesorten können den Speiseplan deines Hundes sinnvoll ergänzen.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Karotten
  • Zucchini
  • Kürbis
  • Rote Bete
  • Gurke
  • Spinat in geeigneten Mengen
  • Brokkoli nur gekocht 
  • Blumenkohl nur gekocht
  • Erbsen nur gekocht
  • Mais
  • Kartoffeln nur gekocht

Je nach Sorte kann Gemüse roh, geraspelt oder gegart angeboten werden. Manche Sorten sind gekocht leichter verdaulich. Nicht jedes Gemüse und jede Pflanze ist für Hunde geeignet.

Besonders wichtig ist der Verzicht auf:

  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Lauch und andere Lauchgewächse
  • rohe Hülsenfrüchte
  • grüne beziehungsweise unreife Kartoffeln oder Tomaten

Bei einzelnen Lebensmitteln, beispielsweise Tomaten oder Paprika, kommt es außerdem auf Reifegrad und Zubereitung an.

Obst

Obst kann in kleinen Mengen eine abwechslungsreiche Ergänzung sein. Eine feste Regel wie „nur einmal pro Woche“ ist dafür nicht notwendig – entscheidend ist die Gesamtmenge der Nahrung und der individuelle Hund. Wichtig ist zu beachten das Obst immer je nach Sorte und Reifegrad Fruchtzucker enthält.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Bananen
  • Melonen
  • verschiedene Beeren

Beeren enthalten unter anderem verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe.

Weintrauben und Rosinen gehören nicht in den Hundenapf. Sie können bei Hunden zu schweren Vergiftungen und Nierenschäden führen. Steinobst sollte nur ohne Kerne beziehungsweise Steine angeboten werden. Diese können nicht nur verschluckt werden, sondern einige enthalten auch Stoffe, die gesundheitsschädlich sein können.

Öle

Öle können – abhängig von der gesamten Ration – eine sinnvolle Ergänzung darstellen und liefern unter anderem wertvolle Fettsäuren. Besonders bei selbst zusammengestellten Rationen sollte die Auswahl des Öls zur übrigen Zusammensetzung passen.

Verwendet werden können beispielsweise:

  • Lachsöl
  • Leinöl
  • Hanföl
  • Rapsöl
  • Olivenöl
  • Kürbiskernöl
  • Walnussöl
  • Algenöl
  • Krillöl
  • Kokosöl

Lachs- und andere Fischöle, sowie Krill -und Algenöl liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

Bei Ölen gilt jedoch mehr ist nicht automatisch besser.

Öle sind sehr energiereich und sollten in einer passenden Menge eingesetzt werden. Außerdem sollte auf eine gute Qualität und sachgerechte Lagerung geachtet werden. Kokosöl wird häufig als natürliche Ergänzung angeboten. Aussagen über eine zuverlässige Wirkung gegen Würmer oder andere Parasiten sollten jedoch nicht mit einer tierärztlich geprüften Parasitenbehandlung gleichgesetzt werden.

Körner und Samen

Samen und bestimmte Ballaststoffquellen können in kleinen Mengen sinnvoll sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Flohsamenschalen
  • geschrotete Leinsamen
  • Kürbiskerne immer gerieben
  • Hanfsamen
  • Chiasamen

Flohsamenschalen und Leinsamen benötigen ausreichend Flüssigkeit. Sie sollten nicht trocken verfüttert werden. Gerade Flohsamenschalen, Chiasamen quellen stark auf und sollten entsprechend der vorgesehenen Anwendung mit ausreichend Wasser eingeweicht angeboten werden. Bei Verdauungsproblemen sollte zunächst die Ursache geklärt werden, bevor größere Mengen an Ballaststoffen eingesetzt werden.

Kürbiskerne, Kokosflocken, Hagebuttenpulver und Schwarzkümmel werden in der Naturfütterung teilweise zur Unterstützung der Verdauung oder gegen Parasiten eingesetzt. Eine solche Anwendung ersetzt jedoch keine tierärztliche Diagnostik oder notwendige Parasitenbehandlung.

Auch geriebene Nüsse können in kleinen Mengen angeboten werden, sofern sie für Hunde geeignet und frei von Schimmel sind. Bei selbst gesammelten Nüssen ist besondere Vorsicht geboten, da Schimmelpilze und bestimmte Pilzgifte für Hunde gefährlich sein können.

Milchprodukte

Nicht jeder Hund verträgt Milchprodukte gleich gut. Viele erwachsene Hunde können Laktose nur eingeschränkt verdauen. Gleichzeitig werden fermentierte oder besonders laktosearme Produkte von vielen Hunden besser vertragen.

Geeignet können beispielsweise kleine Mengen von:

  • Naturjoghurt
  • Hüttenkäse
  • Topfen
  • ausgewählten Käsesorten

sein, sofern dein Hund sie verträgt.

Milchprodukte sollten immer in die gesamte Futtermenge und Energiezufuhr einbezogen werden. Ich verwende nur Laktosefreie Produkte.

Eier

Eier liefern hochwertiges Eiweiß und verschiedene Nährstoffe und können eine sinnvolle Ergänzung sein. Ob das Ei roh oder gegart angeboten wird, kann von der jeweiligen Fütterungsform abhängen. Wenn du rohe Eier verfütterst, solltest du auf eine sehr gute Hygiene und Qualität achten. Bei regelmäßiger Fütterung sollte auch das Ei in die Gesamtbilanz der Ration einbezogen werden. Hier ist meine Empfehlung das Frühstücksei Dotter roh und Eiweiß gar.

Getreide

Getreide ist für Hunde nicht grundsätzlich ungeeignet. Ob und welches Getreide gefüttert wird, hängt von der individuellen Verträglichkeit und der Zusammensetzung der gesamten Ration ab.

Geeignet können beispielsweise sein:

  • Haferflocken
  • Reis
  • Weizenkleie
  • Dinkel
  • Roggen
  • andere gut verträgliche Getreideprodukte

Auch glutenhaltiges Getreide ist für gesunde Hunde nicht grundsätzlich problematisch. Entscheidend ist vielmehr die Qualität und Zusammensetzung des gesamten Futters. Frische Getreidegräser können ebenfalls als Ergänzung angeboten werden. Dabei sollten Hygiene und Verträglichkeit beachtet werden. Auch Kokosmehl oder Kartoffelstärke können je nach Fütterungskonzept eingesetzt werden.

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Sie sollten jedoch nicht grundsätzlich jedem Hund und auch nicht ohne konkreten Grund dauerhaft gegeben werden.

Eine ausgewogene Grundration sollte immer die Basis bilden.

Zeolith, Heilerde oder Betonit

Diese Produkte werden teilweise zur Unterstützung des Magen-Darm-Traktes eingesetzt.

Für verschiedene Anwendungsgebiete werden ihnen zahlreiche Wirkungen zugeschrieben, beispielsweise bei Verdauungsproblemen oder zur Bindung bestimmter Stoffe. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Aussagen wie „Entgiftung“, Behandlung eines „Leaky Gut“ oder die gezielte Behandlung von Allergien lassen sich nicht pauschal aus der Einnahme solcher Produkte ableiten. Außerdem können bestimmte Mineralstoffe und Medikamente gebunden werden.

Bei Medikamentengabe sollte deshalb grundsätzlich vorher tierärztlich oder fachlich abgeklärt werden, ob und in welchem Abstand ein solches Produkt eingesetzt werden darf.

Auch die äußerliche Anwendung sollte nicht ohne Rücksprache bei offenen oder gereizten Hautstellen erfolgen.

MSM, Glucosaminsulfat und Kollagenhydrolysat

Diese Nahrungsergänzungsmittel werden häufig zur Unterstützung von Gelenken, Knorpel, Sehnen und Bindegewebe eingesetzt. Sie können insbesondere bei älteren Hunden oder Hunden mit besonderen Belastungen interessant sein. Eine Nahrungsergänzung ersetzt jedoch keine tierärztliche Untersuchung und Behandlung. Gerade bei Gelenk- oder Bewegungsproblemen sollte zunächst die Ursache geklärt werden. Auch eine Kastration allein ist kein Grund, automatisch Gelenk- oder Bindegewebspräparate zu füttern.

Kräuter, Vitalpilze und weitere Ergänzungen

Es gibt noch viele weitere Produkte, die in der Hundeernährung eingesetzt werden, darunter:

  • Kräuter
  • Vitalpilze
  • bestimmte Pflanzenstoffe
  • Schüßler-Salze
  • Bachblüten

Die Wirkungen dieser Produkte sind sehr unterschiedlich und wissenschaftlich unterschiedlich gut untersucht.

Deshalb gibt auf Dogs Wellnesstime eine eigene Seite für Kräuter und Vitalpilze um dort die einzelnen Möglichkeiten, ihre Anwendung und wichtige Vorsichtsmaßnahmen übersichtlich vorstellen.

Mein Grundsatz bei Nahrungsergänzungen lautet: gezielt, passend zum Hund und nicht nach dem Motto „je mehr, desto besser“.

Denn die beste Ergänzung kann eine unausgewogene Grundfütterung nicht ersetzen.