Gesundheitscheck
Ein regelmäßiger Gesundheitscheck ist wichtig, um Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen. Je besser du deinen Hund kennst, desto schneller fällt dir auf, wenn etwas anders ist als sonst.
Achte im Alltag beispielsweise auf:
- das Gangbild und Bewegungen
- wie dein Hund morgens aufsteht
- sein Schlaf- und Ruheverhalten
- seine Futter- und Wasseraufnahme
- seinen Kot und Urin
- sein allgemeines Verhalten und seine Stimmung
Auch kleine Veränderungen können Hinweise darauf sein, dass etwas nicht stimmt.
Augen und Ohren kontrollieren
Kontrolliere regelmäßig Augen und Ohren. Die Ohren sollten jedoch nicht routinemäßig tief gereinigt werden. Bei sichtbarem Schmutz kann die Reinigung nach tierärztlicher Empfehlung erfolgen. Verwende niemals Wattestäbchen im Gehörgang – dabei besteht Verletzungsgefahr und Schmutz kann tiefer in den Gehörgang geschoben werden.
Einmal wöchentlich den Körper abtasten
Eine sanfte Streichmassage über den ganzen Körper ist eine schöne Möglichkeit, den Gesundheitszustand deines Hundes regelmäßig zu überprüfen.
Dabei kannst du Veränderungen an Haut und Fell feststellen und gleichzeitig beobachten, ob dein Hund irgendwo empfindlich reagiert.
Spürst du beispielsweise einen Knoten, achte darauf:
- Wo befindet er sich?
- Wie groß ist er?
- Fühlt er sich weich, fest oder hart an?
- Ist er verschieblich oder sitzt er eher fest?
- Verändert er sich in Größe oder Beschaffenheit?
- Reagiert dein Hund empfindlich auf die Berührung?
Nicht jede Beule ist automatisch bösartig. Ob eine Veränderung harmlos ist oder abgeklärt werden sollte, kann jedoch nur eine tierärztliche Untersuchung beurteilen.
Einen Blick ins Maul werfen
Wenn dein Hund gähnt, kannst du die Gelegenheit nutzen und einen Blick in sein Maul werfen. Auch dort können sich Veränderungen zeigen – beispielsweise Zahnstein, beschädigte oder erkrankte Zähne, Zahnfleischentzündungen oder Blutungen.
Achte auf:
- Zahnstein und Beläge
- unangenehmen Maulgeruch
- gerötetes oder blutendes Zahnfleisch
- lockere oder beschädigte Zähne
- Veränderungen an der Maulschleimhaut
- ungewöhnlich blasse Schleimhäute
Das Zahnfleisch eines gesunden Hundes ist in der Regel rosig. Auffällige Veränderungen sollten tierärztlich abgeklärt werden.
Veränderungen bewusst wahrnehmen
Je besser du deinen Hund beobachtest, desto eher kannst du Veränderungen erkennen und entsprechend reagieren. Bei Auffälligkeiten solltest du einen Tierarzt kontaktieren. Dort kann die Ursache untersucht und entschieden werden, ob und welche Behandlung notwendig ist. Ein regelmäßiger Gesundheitscheck ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Er kann aber dazu beitragen, Erkrankungen früher zu erkennen und deinem Hund unnötiges Leid zu ersparen.
Medical Training – eine wertvolle Vorbereitung
Eine gute Unterstützung ist das Medical Training.
Es kann dazu beitragen, Untersuchungen und Behandlungen für den Hund verständlicher und weniger stressig zu machen. Gleichzeitig erleichtert es dem Tierarzt die Untersuchung. Wichtig ist, Medical Training bereits mit dem gesunden Hund zu beginnen – nicht erst dann, wenn eine Untersuchung dringend notwendig ist.
Sinnvolle Übungen
- Sitz, Platz und Seitenlage
- Kinn ablegen – als Grundlage für ruhige Untersuchungen
- Pfote geben – für Pfoten- und Krallenkontrolle
- Ruhiges Liegen, idealerweise auf einer eigenen Decke
- Berührungen am gesamten Körper
- Rute kurz anheben – beispielsweise als Vorbereitung auf bestimmte Untersuchungen
- Fiebermessen in kleinen Schritten üben
- Maul öffnen und Zähne zeigen
- Lefzen anheben
- Augen und Ohren anschauen und, wenn notwendig, die Versorgung üben
- Maulkorbtraining
Gerade das Maulöffnen und Zeigen der Zähne ist für viele Hunde eine der schwierigsten Übungen. Deshalb besonders kleinschrittig und positiv trainieren.
Auch das Maulkorbtraining kann sinnvoll sein. Selbst ein normalerweise freundlicher Hund kann in einer ungewohnten Situation Schmerzen, Angst oder Stress empfinden und dadurch anders reagieren als gewohnt.
Kurz und kleinschrittig
Medical Training sollte nicht zur Belastungsprobe werden. Besser sind viele kurze Trainingseinheiten als eine lange. Steigere die Anforderungen langsam und belohne ruhiges Verhalten. Der Hund sollte möglichst die Erfahrung machen: Ich werde nicht überrumpelt, ich darf lernen und kann mich auf meinen Menschen verlassen.
Der Tierarztbesuch
Trotz gutem Medical Training kann ein Tierarztbesuch für Mensch und Hund stressig sein.
Ich sichere meine Hunde deshalb grundsätzlich mit einem passenden Maulkorb. Nicht, weil ich meinen Hunden grundsätzlich misstraue, sondern weil ich auch das tierärztliche Personal und andere Menschen bestmöglich schützen möchte. Gerade in einer ungewohnten Situation kann niemand zuverlässig vorhersagen, wie ein Hund reagiert.
Einige einfache Untersuchungen und Pflegemaßnahmen führe ich – nach Anleitung und in Absprache mit dem Tierarzt – auch selbst durch. So kann mein Hund vieles in einer vertrauten Umgebung erleben.
Untersuchungstisch oder Boden?
Nicht jeder Hund fühlt sich auf einem Untersuchungstisch wohl. Wenn ein Hund auf dem Tisch große Angst bekommt und versucht zu flüchten, kann das Verletzungsrisiko steigen. Deshalb kann es – wenn medizinisch möglich – sinnvoll sein, die Untersuchung auf dem sicheren Boden durchzuführen. Sprich darüber einfach mit deinem Tierarzt. Eine gute Praxis wird gemeinsam mit dir nach einer Lösung suchen, bei der die Untersuchung sicher und möglichst stressarm durchgeführt werden kann.
Wenn eine Narkose notwendig wird
Muss ein Hund narkotisiert werden, ist es verständlich, dass man ihn möglichst gut begleiten möchte.
Sprich vorher mit der Tierarztpraxis darüber, ob du während der Einleitung der Narkose dabei sein darfst und ob eine Begleitung während der Aufwachphase möglich ist. Gerade die Aufwachphase kann für manche Hunde besonders ungewohnt sein. Eine vertraute Person kann ihnen Sicherheit geben. Welche Begleitung sinnvoll und möglich ist, hängt jedoch immer von der jeweiligen Praxis, dem Eingriff und dem Gesundheitszustand des Hundes ab.
Medical Training und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Tierarztpraxis können dabei helfen, notwendige Untersuchungen und Behandlungen für alle Beteiligten möglichst ruhig und sicher zu gestalten.
Für eine gute Vorbereitung auch das ist Dogs Wellnesstime