Ernährung – Man ist was man isst

Wie oft sollte ein Hund am Tag gefüttert werden? Ist ein wöchentlicher Fastentag notwendig? Und wie viel Futter braucht mein Hund eigentlich?

Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht.

Die Fütterung sollte immer an den individuellen Bedarf des Hundes angepasst werden. Alter, Größe, Gewicht, Aktivitätslevel, Ernährungszustand, Gesundheitszustand und auch die jeweilige Lebenssituation spielen dabei eine Rolle.

Ein Hund mit hohem Energieverbrauch benötigt beispielsweise mehr Energie als ein Hund mit geringer Aktivität. Auch nach einer Kastration verändert sich der Energiebedarf. Deshalb sollte die Futtermenge regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Auch der Alltag spielt eine Rolle:

Ein Hund, der regelmäßig zwei Stunden am Tag intensiv beschäftigt wird, hat einen anderen Energiebedarf als ein Hund, der mehrmals täglich kurze, gemütliche Runden dreht. Wenn dein Hund beispielsweise krank ist oder sich aufgrund einer Verletzung weniger bewegen darf, kann sich auch sein Energiebedarf für diesen Zeitraum verändern. Macht ihr dagegen am Wochenende oder Urlaub einen langen Ausflug oder eine besonders aktive Tour, kann der Bedarf entsprechend höher sein.

Du siehst: Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab.

Ein regelmäßiger Fastentag ist für gesunde Hunde nicht grundsätzlich notwendig. Ob eine besondere Fütterung sinnvoll ist, sollte immer individuell betrachtet werden. 

Ernährung ist mehr als nur Futter

Es sollte auf die richtige Zusammensetzung von Nähr-, Vital- und Mineralstoffe geachtet werden. Ernährung bedeutet nicht einfach, dem Hund eine bestimmte Menge Futter in den Napf zu geben. Es geht auch darum zu verstehen, was wir füttern und wie der Körper damit umgeht. Der Verdauungstrakt spielt für die Gesundheit des Hundes eine wichtige Rolle. Auch der Kot kann uns Hinweise darauf geben, wie eine Fütterung vertragen wird. Dabei ist die Ernährung ein sehr komplexes Thema, das sich nicht mit wenigen Sätzen erklären lässt. Deshalb gibt es auf Dogs Wellnesstime noch eigene Kapitel zur Nahrungsmittel und Darmgesundheit

Der Ernährungsdschungel

Heute stehen uns unzählige Möglichkeiten zur Verfügung.

Trockenfutter, Nassfutter, Fertigmenüs, selbst gekochte Rationen oder BARF – die Auswahl ist groß.

Fertigfutter hat dabei einen ganz entscheidenden Vorteil, Es ist praktisch und einfach in der Anwendung.

Doch welches Futter ist für meinen Hund geeignet?

Ist es bedarfsgerecht zusammengesetzt? Wie viel Energie liefert es? Welche Zutaten enthält es? Und passt die Fütterungsmenge tatsächlich zum individuellen Bedarf meines Hundes?

Gerade die Deklarationen auf Verpackungen können für Hundehalterinnen und Hundehalter manchmal schwer verständlich sein. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Was steckt im Futternapf?

Nicht jedes Futter ist gleich und auch die Qualität lässt sich nicht allein am Preis daran erkennen, ob es sich nun um Trocken- oder Nassfutter handelt. Bei industriell hergestelltem Futter werden verschiedene Verfahren zur Haltbarmachung eingesetzt. Dabei können durch die Verarbeitung beispielsweise bestimmte hitzeempfindliche Nährstoffe beeinflusst werden. Hersteller berücksichtigen dies bei der Rezeptur und können fehlende Nährstoffe gezielt ergänzen.

Deshalb ist die Aussage „Fertigfutter enthält grundsätzlich keine natürlichen Vitamine mehr“ zu pauschal. Viel wichtiger ist das Produkt als vollständiges Futter für Hunde geeignet und deckt es den Bedarf des jeweiligen Hundes ab? Auch Zutaten wie Zucker oder verschiedene Zusatzstoffe sollten beachtet werden. Entscheidend sind Menge, Funktion und die gesamte Zusammensetzung des Futters. Ein wichtiger Punkt wird bei der Ernährung häufig vergessen: 

Jeder Hund hat einen individuellen Bedarf.

Ein Senior benötigt in der Regel eine andere Energieversorgung als ein heranwachsender Junghund.

Ein Sporthund hat andere Anforderungen als ein gemütlicher Familienhund.

Ein übergewichtiger Hund benötigt eine andere Futtermenge als ein Hund mit Idealgewicht.

Deshalb sollte nicht nur die Futterempfehlung auf der Verpackung betrachtet werden. Beobachte deinen Hund und überprüfe regelmäßig:

  • Gewicht und Körperzustand
  • Aktivitätslevel
  • Muskelmasse
  • Verdauung
  • Kotbeschaffenheit
  • allgemeines Wohlbefinden

Auch Leckerlis, Kauartikel und andere zusätzliche Futtermittel gehören in die tägliche Energiebilanz, so wie die heimliche Gabe vom Esstisch.

Weniger ist manchmal mehr

Bei der Fütterung geht es nicht darum, dem Hund möglichst viel Abwechslung zu bieten. Gerade bei empfindlichen Hunden kann eine ständig wechselnde Auswahl an Futtermitteln die Suche nach einer unverträglichen Zutat erschweren. Wenn dein Hund plötzlich Verdauungsprobleme oder andere Beschwerden entwickelt, kann es hilfreich sein, gemeinsam mit einem Tierarzt oder einer qualifizierten Ernährungsberatung strukturiert herauszufinden, was er verträgt und was nicht. Das gilt auch für BARF und selbst zusammengestellte Rationen.

Nicht jede Reaktion auf ein Futter bedeutet automatisch eine Allergie.

Unverträglichkeiten und Allergien können unterschiedliche Ursachen haben und sollten bei entsprechenden Beschwerden fachlich abgeklärt werden. hier gibt es zur besseren Erklärung eine eigene Seite.

BARF – selbst zusammengestellte Ernährung

BARF ist derzeit eine bekannte Ernährungsform. Auch hier gibt es unterschiedliche Varianten. Du kannst beispielsweise fertige BARF-Menüs kaufen oder die Ration selbst zusammenstellen. Bei selbst zusammengestelltem Futter ist es besonders wichtig, dass die Ration bedarfsgerecht und ausgewogen ist. Je nach Konzept können unter anderem Fleisch, Fett, geeignete Knochen oder Calciumquellen, Innereien, Gemüse, Obst und Öle Bestandteil einer Ration sein. Entscheidend ist aber nicht, möglichst viele Zutaten miteinander zu kombinieren.

Entscheidend ist die richtige Zusammensetzung und Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen.

Fehler bei der Zusammenstellung können insbesondere bei langfristiger Fütterung zu einer Unter- oder Überversorgung führen. Deshalb sollte eine selbst zusammengestellte Ration – insbesondere bei Welpen, trächtigen oder säugenden Hündinnen, Senioren oder gesundheitlich vorbelasteten Hunden – fachkundig von einen Ernährungsberater berechnet und kontrolliert werden.

Zum Thema BARF gibt es ein eigenes Kapitel geben.

Kochen für Hund und Mensch

Auch selbst gekochte Mahlzeiten können eine Möglichkeit der Hundeernährung sein.

Wenn du für Mensch und Hund gemeinsam kochst, solltest du jedoch darauf achten, dass die Zutaten für deinen Hund geeignet sind und die Mahlzeit nicht wie die menschliche Portion gewürzt wird.

Salz, stark gewürzte Zutaten und bestimmte Lebensmittel gehören nicht in den Hundenapf.

Einige Kräuter und Gewürze können in kleinen, geeigneten Mengen verwendet werden – andere sind für Hunde ungeeignet oder problematisch.

Zwiebeln, Knoblauch und andere Lauchgewächse gehören beispielsweise nicht in die Hundenahrung.

Auch bei Muskat ist giftig und Vorsicht geboten.

Wenn du unsicher bist, ob eine Zutat für deinen Hund geeignet ist, solltest du dich vorher informieren und im Zweifel darauf verzichten.

Vielleicht entsteht auf Dogs Wellnesstime auch noch ein eigenes Kapitel zum Thema „Kochen für Hund und Mensch“.

Denn es gibt durchaus Gerichte und Zutaten, die sich so zubereiten lassen, dass nicht nur der Zweibeiner, sondern auch die Fellnase davon profitieren kann.

Dabei kann neben der Ernährung auch der Gedanke der Ökobilanz und Lebensmittelverwertung interessant sein.

Auch richtige Ernährung ist Dogs Wellnesstime

Giftige und ungeeignete Lebensmittel

Es gibt Lebensmittel, die für Hunde giftig oder gesundheitlich problematisch sein können.

Dazu gehören unter anderem:

  • Weintrauben und Rosinen
  • Schokolade und Kakao
  • koffeinhaltige Produkte wie Kaffee
  • Xylit (Birkenzucker)
  • Zwiebeln, Knoblauch und andere Lauchgewächse
  • Macadamianüsse
  • rohe Kartoffeln und bestimmte rohe Pflanzenteile
  • rohe Hülsenfrüchte
  • Avocado

Auch bei weiteren Lebensmitteln ist Vorsicht geboten. Beispielsweise können bestimmte unreife Tomaten  problematisch sein.

Bei Rhabarber und anderen Lebensmitteln können ebenfalls Menge, Zubereitung und Pflanzenteil eine Rolle spielen.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Hund ein bestimmtes Lebensmittel fressen darf:

Lieber vorher informieren und im Zweifel darauf verzichten.

Hat dein Hund möglicherweise etwas Giftiges gefressen, solltest du nicht abwarten, sondern unverzüglich eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren und möglichst genau angeben, was, wann und ungefähr wie viel aufgenommen wurde.

Zum Weiterlesen

Buchempfehlung – auch für Katzenfreunde

„Brennpunkt Darm“ von Dr. med. vet. Jutta Ziegler

Wer sich intensiver mit dem Thema Verdauung und Darmgesundheit beschäftigen möchte, findet in diesem Buch weitere Informationen.

Wie bei allen Buchempfehlungen gilt: Einzelne Aussagen aus Ratgebern sollten nicht automatisch als allgemeingültige tiermedizinische Empfehlung verstanden werden. Gerade bei Erkrankungen oder besonderen Ernährungsbedürfnissen ist eine individuelle fachliche Beratung sinnvoll.

Ernährung ist individuell

Am Ende gibt es nicht die eine perfekte Ernährung für jeden Hund.

Was für den einen Hund funktioniert, muss für den anderen nicht automatisch geeignet sein.

Deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen, seinen Hund zu beobachten und die Ernährung immer wieder an seine aktuelle Lebenssituation anzupassen.

Denn ein gesunder Futternapf ist nicht nur eine Frage dessen, was hineinkommt – sondern auch dessen, was dein Hund tatsächlich braucht.