Vitalpilze – vitale Unterstützung

Die Verwendung von Vitalpilzen wird als Mykotherapie bezeichnet. Pilze spielen in der traditionellen chinesischen Heilkunde bereits seit vielen Jahrhunderten eine Rolle. Heute werden verschiedene Pilze nicht nur als Lebensmittel geschätzt, sondern auch wegen ihrer vielfältigen Inhaltsstoffe und möglichen unterstützenden Eigenschaften. Auch bei Hunden werden Vitalpilze zunehmend als natürliche Ergänzung eingesetzt. Dabei können einzelne Pilze gezielt ausgewählt oder miteinander kombiniert werden. Bei der Zusammenstellung und Dosierung kann Ihnen ein Ernährungsberater helfen.

Wichtig: Vitalpilze sind eine Unterstützung und kein Ersatz für eine tierärztliche Behandlung. Bei Erkrankungen, wiederkehrenden Beschwerden oder Medikamentengabe sollte die Anwendung immer individuell abgestimmt werden.

Wie können Vitalpilze eingesetzt werden?

Vitalpilze werden meist als Pulver oder Extrakt angeboten und können je nach Produkt unter das Futter gemischt werden. Ob ein Pilz täglich oder zeitweise eingesetzt wird, hängt von der jeweiligen Situation und dem verwendeten Produkt ab.

Eine pauschale Dosierung gibt es nicht. Sie richtet sich unter anderem nach:

  • Pilzart und Zubereitungsform
  • Konzentration bzw. Extraktionsverfahren
  • Gewicht und Alter des Hundes
  • Gesundheitszustand
  • Medikamenten und anderen Nahrungsergänzungen

Bei Pulvern und Extrakten solltest du außerdem die Hinweise des Herstellers zur Verarbeitung beachten. Starke Hitze kann bestimmte Inhaltsstoffe verändern. Deshalb kannst du das Pulver beispielsweise unter handwarmes oder abgekühltes Futter geben. Achte auf hochwertige Produkte aus kontrolliertem Anbau und eine nachvollziehbare Herkunft. Pilze können Stoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen, weshalb die Qualität des Ausgangsmaterials eine wichtige Rolle spielt. 

🍄 Agaricus blazei Murrill – ABM

Der ABM, auch Mandelpilz genannt, enthält verschiedene Polysaccharide und weitere bioaktive Inhaltsstoffe.

Traditionelle Verwendung:

  • Unterstützung der allgemeinen Widerstandskraft
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Haut und Fell
  • allgemeine Konstitution

Bei Allergien oder Autoimmunerkrankungen sollte die Anwendung vorher fachlich abgestimmt werden.

🍄 Auricularia – Judasohr

Auricularia ist auch als Chinesische Morchel bekannt. Traditionell wird er vor allem im Zusammenhang mit Gefäßen und Durchblutung eingesetzt.

Traditionelle Verwendung:

  • Unterstützung von Gefäßen und Durchblutung
  • Haut und Bindegewebe
  • allgemeine Unterstützung bei entzündlichen Prozessen

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder entsprechender Medikamentengabe bitte vorher Rücksprache mit dem Tierarzt halten.

🍄 Chaga

Chaga wird traditionell wegen seiner vielfältigen Inhaltsstoffe und zur Unterstützung der allgemeinen Widerstandskraft eingesetzt.

Traditionelle Verwendung:

  • allgemeine Konstitutionsunterstützung
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Magen und Darm
  • Haut und Fell

Chaga ersetzt jedoch keine Behandlung bei Infektionen oder Parasiten.

🍄 Champignon – Agaricus bisporus

Der bekannte Speisepilz liefert unter anderem Eiweiß, Mineralstoffe und weitere wertvolle Inhaltsstoffe.

Mögliche Unterstützung:

  • allgemeine Vitalität
  • Konstitution
  • Stoffwechsel

🍄 Coprinus comatus – Schopftintling

Der Schopftintling wird in der Mykotherapie besonders mit dem Zucker- und Energiestoffwechsel in Verbindung gebracht.

Traditionelle Verwendung:

  • Unterstützung des Stoffwechsels
  • Magen und Darm
  • Verdauung
  • allgemeine Konstitution

Bei Diabetes oder anderen Stoffwechselerkrankungen gehört die Behandlung in tierärztliche Hände.

🍄 Cordyceps

Cordyceps wird häufig als „Energiepilz“ bezeichnet.

Traditionelle Verwendung:

  • Vitalität und Ausdauer
  • Unterstützung der Regeneration
  • Stress und Erschöpfung
  • Atemwege
  • allgemeine Konstitution

Auch bei hormonellen Themen wird Cordyceps traditionell eingesetzt. Bei hormonellen Erkrankungen oder Medikamentengabe sollte die Anwendung fachlich begleitet werden.

🍄 Coriolus versicolor – Schmetterlingstramete

Coriolus wird besonders wegen seiner immunologisch interessanten Inhaltsstoffe geschätzt.

Traditionelle Verwendung:

  • Unterstützung des Immunsystems
  • allgemeine Widerstandskraft
  • Konstitution
  • Unterstützung bei wiederkehrenden Beschwerden

Bei Infektionen ersetzt der Pilz selbstverständlich keine notwendige Diagnostik und Behandlung.

🍄 Enokitake – Samtfußrübling

Enoki ist ein bekannter Speisepilz und wird auch in der Mykotherapie eingesetzt.

Traditionelle Verwendung:

  • Unterstützung des Immunsystems
  • allgemeine Widerstandskraft
  • Atemwege
  • Verdauung

🍄 Hericium erinaceus – Igelstachelbart

Hericium wird häufig als „Magen-Darm-Pilz“ bezeichnet.

Traditionelle Verwendung:

  • Unterstützung von Magen und Darm
  • Verdauung
  • Magen-Darm-Schleimhaut
  • allgemeine Unterstützung des Nervensystems

Auch bei Nervosität und Erschöpfung wird Hericium verwendet. Bei neurologischen Auffälligkeiten oder anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden sollte jedoch zuerst die Ursache abgeklärt werden.

🍄 Maitake – Klapperschwamm

Maitake wird traditionell besonders zur Unterstützung des Stoffwechsels eingesetzt.

Traditionelle Verwendung:

  • Stoffwechsel
  • allgemeine Konstitution
  • Unterstützung von Leber und Fettstoffwechsel
  • Knochenstoffwechsel

Bei Diabetes oder anderen Stoffwechselerkrankungen bitte immer mit dem Tierarzt abstimmen.

🍄 Austernpilz – Pleurotus ostreatus

Der Austernpilz ist ein wertvoller Speisepilz mit verschiedenen bioaktiven Inhaltsstoffen.

Mögliche Unterstützung:

  • allgemeine Vitalität
  • Stoffwechsel
  • Verdauung
  • Gelenke und Bewegungsapparat

🍄 Polyporus umbellatus – Eichhase

Polyporus wird traditionell vor allem mit dem Flüssigkeitshaushalt und den Harnwegen in Verbindung gebracht.

Traditionelle Verwendung:

  • Unterstützung des Flüssigkeitshaushalts
  • Harnwege
  • Haut
  • allgemeine Konstitution

Bei Veränderungen des Trink- oder Urinverhaltens, Harnwegsproblemen oder Ödemen sollte immer zuerst die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.

🍄 Reishi – Glänzender Lackporling

Reishi wird sehr vielseitig eingesetzt und deshalb häufig als „Allrounder“ bezeichnet.

Traditionelle Verwendung:

  • allgemeine Widerstandskraft
  • Immunsystem
  • Gelenke und Bewegungsapparat
  • Haut und Fell
  • allgemeine Vitalität
  • altersbedingte Beschwerden

Auch bei verschiedenen chronischen Beschwerden wird Reishi in der Mykotherapie eingesetzt. Bei Erkrankungen oder Medikamentengabe sollte die Anwendung individuell abgestimmt werden.

🍄 Shiitake – Lentinula edodes

Shiitake ist ein bekannter Speisepilz und enthält unter anderem Polysaccharide und Mineralstoffe.

Traditionelle Verwendung:

  • Unterstützung des Immunsystems
  • Stoffwechsel
  • allgemeine Konstitution
  • Bewegungsapparat

⚠️ Wichtig bei Vitalpilzen

Auch wenn viele Vitalpilze als Speisepilze bekannt sind, bedeutet das nicht automatisch, dass jedes Pilzpulver oder jeder Extrakt für jeden Hund geeignet ist.

Besondere Vorsicht gilt bei:

  • Medikamenteneinnahme
  • chronischen Erkrankungen
  • Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Welpen
  • trächtigen oder säugenden Hündinnen
  • älteren oder gesundheitlich geschwächten Hunden

Bei einer bestehenden Erkrankung sollte immer zuerst die Ursache geklärt werden.

Vitalpilze können unterstützen – sie sind aber keine Medizin und ersetzen keine notwendige tierärztliche Behandlung.

🌿 Natürlich bedeutet nicht automatisch harmlos

Auch bei natürlichen Produkten gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Entscheidend sind die richtige Pilzauswahl, Qualität, Zubereitung und eine auf den einzelnen Hund abgestimmte Anwendung. Die Grundlage für die Gesundheit deines Hundes bleiben eine passende Ernährung, ausreichend und sinnvoll aufgebaute Bewegung, geistige Auslastung, Erholung und eine gute tierärztliche Versorgung.

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„Mykotherapie für Tiere“ – Wanda May Pulfer

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