Bewegung – hält Körper und Geist fit

Jeder kennt es: Nach langem Sitzen im Büro fühlt man sich steif und unbeweglich. Ein wenig Bewegung bringt den Körper wieder in Schwung.

Ähnlich geht es unseren Fellnasen. Abwechslungsreiche und dem Hund angepasste Bewegung unterstützt die körperliche Fitness, die Koordination und die Beweglichkeit. Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, Muskulatur aufzubauen und zu erhalten und die Gelenke beweglich zu halten.

Dabei sollte immer der individuelle Gesundheitszustand des Hundes berücksichtigt werden. Bei bestehenden Gelenk- oder Wirbelsäulenproblemen sollte das Training vorher mit einer Tierärztin, einem Tierarzt oder einer entsprechend qualifizierten Fachperson abgestimmt werden.

Fitness bedeutet nicht Höchstleistung

Fitnesstraining muss nicht anstrengend oder spektakulär sein. Viel wichtiger ist, dass die Übungen kontrolliert, langsam und mit Bedacht durchgeführt werden.

Ein sinnvolles Training besteht aus:

  • Aufwärmen
  • kurzen Übungseinheiten
  • wenigen Wiederholungen
  • ausreichend Pausen
  • einem ruhigen Cool-down

So kann sich dein Hund langsam auf die Belastung einstellen und das Verletzungsrisiko wird reduziert. Auch beim Spaziergang lässt sich Bewegungstraining wunderbar integrieren. Ihr startet ganz gemütlich eure Runde und gebt deinem Hund zunächst Zeit, sich zu lösen und aufzuwärmen. Danach könnt ihr einige Übungen einbauen. Anschließend geht es entspannt nach Hause – das ist euer Cool-down.

Übungen für unterwegs

Die Natur bietet zahlreiche Möglichkeiten, Bewegung abwechslungsreich zu gestalten.

Balancieren

Lass deinen Hund beispielsweise vorsichtig auf einem geeigneten Baumstamm balancieren oder – wenn die Situation und der Untergrund sicher sind – darauf stehen und sich kontrolliert drehen.

Das fördert unter anderem Körperwahrnehmung, Koordination und Gleichgewicht.

Auch mit den Vorderpfoten auf einen niedrigen, stabilen Stein zu steigen, kann eine schöne Übung sein.

Um einen Baum herum

Lass deinen Hund langsam um einen Baum herumgehen. Dabei muss er seinen Körper koordinieren und seine Bewegungen anpassen.

Hindernisse überwinden

Kleine natürliche Hindernisse können zum Übersteigen oder – je nach Hund und Situation – vorsichtigen Überspringen genutzt werden.

Dabei gilt:

Sicherheit geht immer vor.

Der Untergrund muss stabil und rutschfest sein und die Höhe des Hindernisses muss zum Hund passen. Das Ziel ist nicht, möglichst schnell oder möglichst hoch zu springen. Wasser, Gras, Kies und Schnee Auch unterschiedliche Untergründe können die Körperwahrnehmung fördern. Ein Spaziergang durch seichtes Wasser kann eine interessante Abwechslung sein. Ebenso kann das Laufen durch höheres Gras oder – bei geeigneten Bedingungen – durch Schnee die Bewegungen verändern. Gerade im tiefen Gras oder Schnee muss der Hund seine Beine stärker anheben. Gleichzeitig sollte aber darauf geachtet werden, dass die Belastung nicht zu hoch wird.

Fitnessübungen für Zuhause

Auch in der Wohnung gibt es viele Möglichkeiten, deinen Hund spielerisch zu bewegen.

Lass ihn beispielsweise:

  • zwischen deinen Beinen eine Acht laufen,
  • um dich herumgehen,
  • mit den Vorderpfoten auf eine stabile, niedrige Erhöhung steigen,
  • abwechselnd eine Pfote geben,
  • unter einem geeigneten Möbelstück hindurchgehen,
  • über deine ausgestreckten Beine steigen,
  • einem Leckerli oder Spielzeug langsam folgen.

Auch einfache Gegenstände aus dem Haushalt können als Hindernisse dienen.

Ein Besenstiel kann beispielsweise als niedriges Hindernis verwendet werden, über das dein Hund steigt. Mit stabilen Gegenständen lässt sich die Höhe vorsichtig variieren.

Wichtig: Immer niedrig beginnen und niemals zum Springen zwingen.

Bei kleinen Hunden reichen oft schon sehr kleine Hindernisse.

Fitness ist kein Agility

Natürlich macht es Spaß, Hindernisse schnell zu überwinden. Wenn Geschwindigkeit, Sprünge und das schnelle Absolvieren eines Parcours im Vordergrund stehen, bewegen wir uns jedoch bereits in Richtung Agility bzw. Hundesport.

Beim Fitnesstraining geht es um etwas anderes:

Kontrollierte Bewegungen, Körperwahrnehmung, Koordination, Beweglichkeit und einen gesunden Muskelaufbau.

Deshalb müssen Übungen nicht schnell ausgeführt werden.

Im Gegenteil: Langsame und kontrollierte Bewegungen können besonders wertvoll sein.

Kleine Hilfsmittel – große Möglichkeiten

Es gibt zahlreiche Trainingsgeräte für Hunde zu kaufen. Viele Übungen lassen sich aber auch mit sicheren Gegenständen aus dem Haushalt gestalten.

Geeignet sein können beispielsweise:

  • Balancekissen
  • niedrige Cavaletti
  • geeignete Matten
  • kleine Hindernisse
  • Fitnessbälle
  • Wippen
  • Tunnel

Auch einige Geräte aus dem menschlichen Fitnessbereich können interessant sein. Dabei muss jedoch immer geprüft werden, ob das Gerät für den Hund sicher, stabil und geeignet ist.

Ich selbst nutze beispielsweise gerne verschiedene Trainingsgeräte mit meinen Hunden.

Meine Hündin liebt meinen Vibrationsstepper und ist sofort zur Stelle, wenn ich ihn einschalte. Wenn ein solches Gerät eingesetzt wird, sollte allerdings mit einer sehr niedrigen Intensität begonnen und genau beobachtet werden, wie der Hund darauf reagiert. Auch ein Laufband kann – richtig aufgebaut und unter Anleitung – eine Trainingsmöglichkeit sein. Ein Fitnessball kann ebenfalls interessant sein. Mein Hund nutzt ihn beispielsweise gerne, um mit den Vorderpfoten darauf zu steigen. Wenn der Ball sicher fixiert ist und der Hund die Übung beherrscht, kann daraus auch eine anspruchsvollere Balanceübung entstehen. Unsere Wippe habe ich selbst aus einem Brett und einem Rundholz gebaut. Auch sie wird gerne genutzt.

Aber bitte niemals vergessen: Ein selbstgebautes Trainingsgerät muss absolut standsicher sein.

Weniger kann mehr sein

Ein gutes Bewegungstraining kann einen Hund körperlich und geistig durchaus stark fordern. Deshalb bedeutet ein sinnvoller Trainingstag nicht unbedingt, dass anschließend noch ein stundenlanger Spaziergang notwendig ist. Gerade bei schlechtem Wetter können kurze, abwechslungsreiche Trainingseinheiten im Haus eine schöne Alternative sein.

Und ganz ehrlich: Wenn es draußen regnet und stürmt, freut sich manchmal auch der Mensch über eine gemeinsame Indoor-Wellnesstime.

Geistige Fitness

Fitness bedeutet nicht nur körperliche Bewegung. Auch das Gehirn möchte beschäftigt werden – und mentale Aufgaben können für viele Hunde sehr anstrengend sein. Eine einfache Möglichkeit sind Suchspiele. Ich verstecke beispielsweise kleine Futterstückchen in der Wohnung, die meine Hunde anschließend erschnüffeln dürfen.

Weitere Möglichkeiten sind:

  • Schnüffeldecken
  • Suchspiele
  • Intelligenzspiele
  • Schleckmatten
  • Futtersuchspiele
  • kleine Trickeinheiten

Dabei muss es nicht immer kompliziert sein. Ein paar versteckte Leckerli können bereits eine spannende Aufgabe darstellen. Nasenarbeit ist Kopfarbeit – und die kann müde machen.

Isometrische Übungen

Auch isometrische Übungen können eine interessante Ergänzung zum Training sein. Dabei wird eine Muskelgruppe angespannt, ohne dass eine große Bewegung stattfindet. Der Hund arbeitet beispielsweise gegen einen sanften, kontrollierten Widerstand. Hier ist allerdings besondere Vorsicht geboten. Isometrische Übungen sollten individuell auf den Hund abgestimmt werden. Gerade bei älteren Hunden oder bei bestehenden Gelenk-, Muskel- oder Wirbelsäulenproblemen sollte vorher eine fachkundige Anleitung erfolgen.

Auch Dehnungen und gezielte Mobilisationsübungen sollten dir am besten von einem Tierarzt oder einer entsprechend qualifizierten Fachperson gezeigt werden.

Mein großer Hund liebt beispielsweise Übungen, bei denen er von sich aus seine Beine gegen mich stemmt und einen leichten Gegendruck hält. Meine kleine Hündin bevorzugt dagegen aktive Bewegungsübungen.

Und genau das ist für mich ein wichtiger Punkt:

Nicht jeder Hund muss dasselbe Training machen.

Der eine liebt Balanceübungen, der nächste Suchspiele und ein anderer möchte einfach laufen.

Der wichtigste Trainingspartner bist du

Fitnesstraining sollte niemals dazu dienen, den Ehrgeiz des Menschen zu befriedigen. Es geht nicht darum, möglichst schwierige Übungen zu schaffen oder den Hund immer weiter zu fordern, sondern darum, seinen Körper kennenzulernen, Beweglichkeit und Koordination zu unterstützen und gemeinsam Spaß zu haben. Wenn du deinen Hund aufmerksam beobachtest, wirst du vielleicht feststellen, dass er manche Übungen sogar selbst anbietet.

Dann hast du dein Ziel erreicht:

Bewegung soll Freude machen – deinem Hund und dir, das ist Dogs Wellnesstime

Denn gemeinsame Aktivität ist nicht nur gut für den Körper. Sie stärkt auch die Verbindung zwischen Mensch und Hund und schafft wertvolle gemeinsame Wellnesstime.